Beim Canyon Roadhouse sehen wir, wozu unser Auto
möglicherweise einmal dienen wird. Kunst kennt keine Grenzen! Wir fahren rund
120 km zurück bis auf die Asphaltstrasse bei Seeheim, wo wir den Fish River
nochmals antreffen und durchqueren dann die Landschaft auf der B4 von Osten
nach Westen. Die Strasse trennt das Diamanten-Sperrgebiet im Süden vom
Namib-Naukluft Park im Norden. Hier treffen wir verwilderte Pferde und Hyänen
an. Was zuerst als recht liebliche Gegend beginnt wird schliesslich zur
Halbwüste und zur Wüste. Verlassene Bahnhöfe stehen am Schmalspurgleis durch
die Sandwüste. Riesige Sanddünen werden vom Wind manchmal auch auf die Verkehrswege
verfrachtet. Deshalb steht da und dort ein Raupentrax herum und räumt die
Schienen und die Strassen vom Sand frei, ähnlich wie bei uns die Schneepflüge. Die
Wüste reicht bis direkt an die Atlantikküste. Da es unlängst 60 mm Regen gab,
was einer vierfachen Jahresmenge entspricht, gibt es im Sand sogar Pfützen und
kleine Seen. In der kleinen Hafenstadt Lüderitz (12‘500 Einwohner) ist
Endstation. Im Städtchen mit der markanten Felsenkirche ist die Zeit fast
stehengeblieben. Viele Häuser tragen deutsche Namen der Kolonialzeit und die
frühen Jahreszahlen des vorigen Jahrhunderts. Der Ort wirkt irgendwie anachronistisch, schön
herausgeputzt aber der Zeit entrückt. Das lokale Museum ist eine Fundgrube für Kolonialgeschichte, Diamantengewinnung, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Lebensweise der
verschiedenen Volksstämme. Zahlreiche historische Fotos ergänzen die gezeigten
Fundgegenstände.
Dienstag, 5. Juni 2018
Sonntag, 3. Juni 2018
04 Am Fish River Canyon
Die Etappe über 430 km von der Bagatelle Kalahari Game
Ranch zum Hobas Camp am Fish River Canyon führt vorerst durch eine eintönige
Halbwüsten-Landschaft zwischen Mariental und Keetmanshoop. Bald danach geht es
auf Naturstrassen weiter, welche oft waschbrettartig gewellt sind. In der
Region des Naute Staudamms schichten sich Berge mit buntem Gestein auf, welche
vermutlich Kupfer und Eisen enthalten. Bald kommen wir auch an einzelnen bizarren
Köcherbäumen vorbei. An der Grenze zu einem Namibia Wildlife Resort liegt der
sehr schöne Hobas-Campingplatz, wo wir ein Häuschen (genannt Chalet) beziehen.
Gelbe Blumen (Sysundite spartea) säumen den Strassenrand. Wunderbar zeigt sich ohne Streulicht die Milchstrasse am nächtlichen Südhimmel.
Der Fischfluss Canyon ist mit einer Länge von 160 km nach dem Grand Canyon in
Arizona der zweitgrösste Canyon der Welt. Der Fish River führt zurzeit wenig
Wasser, doch es gibt immer etwas Wasser für die Tierwelt. Dohlenartige Vögel und
Affen warten bei der Aussichtsplattform auf Speisereste. In steinigen Böden
bilden hoch angepasste Pflanzen kleine Steingärtchen und schöne Fotosujets.
Freitag, 1. Juni 2018
03 Mit der Kamera auf der Pirsch durch die Wüste und Steppe der Kalahari
Heute lassen wir uns auf ein besonderes Erlebnis ein. Wir
sind mit einem kundigen Einheimischen mit einem Tourenwagen rund 4 Stunden im
Kalahari – Reservat unterwegs. Zwischen Steppen tauchen Salzseen und sogar eine
Fata Morgana auf. Die hellen Farben der Kalahari, feinkörnige Sandflächen, sowie
Akazien und Steppensträucher sind eine phantastische Naturkulisse für eine
eindrückliche Tierwelt. Und die kriegen wir wahrlich zu Gesicht: Termitenbauten,
Oryx-Antilopen (sogar ein Einhorn), Kudus, Gnus, Strausse, Wüstenfuchs, kleine
bunte Vögel und riesige Trappen, Springböcke, Wasserböcke, Mangusten und Geparde landen in unserem
Kameraspeicher. Der eindrückliche Sonnenuntergang bei einem riesigen
Webervogelnest schliesst den wunderschönen Tag ab.
02 Von Windhoek in die Kalahari
So einfach ist es nicht, sich in Windhoek zu orientieren.
Zahlreiche Hügel und die Mittagsonne im Norden durchkreuzen ein Pfadfindergefühl.
Schliesslich verlassen wir die Stadt über die B1 Richtung Süden. Wie Pingos aufgehäufte
Berge und zahlreiche Termitenhügel prägen die Landschaft. Die Ortschaften
Reheboth und Kalkrand sind eher Streusiedlungen als Städtchen. Wir passieren
den südlichen Wendekreis des Steinbocks. Bei Hardup zweigen wir auf die C20.
Nach etwa 10 km beginnt für uns die erste Naturstrasse. Wir fahren auf sandigen
Strassen und Waschbrettpisten mit Vierradantrieb ähnlich wie auf Schnee. Schliesslich
erreichen wir 3 km vor der Bagatelle Kalahari das bewachte Tor der Game Ranch.
Freundliche Gastgeber und diverse Wildtiere begrüssen uns dort. So Oryx,
Strauss und Kleinsäuger. Die roten Sanddünen der Kalahari lassen die Landschaft
im Abendlicht warm erscheinen, obwohl die Temperaturen rasant sinken. Nach dem
Nachtessen im Freien durchflutet der Mond die Steppe mit seinem fahlen Licht. Es wird
kalt in der Nacht.
Abonnieren
Posts (Atom)
INHALTSVERZEICHNIS (zum Anklicken)
00 Start in den Afrikanischen Winter 01 In Windhoek gelandet 02 Von Windhoek in die Kalahari 03 Mit der Kamera auf der Pirsch durch d...
-
Von Kamanjab bis zum Galton Gate ist die Strasse geteert, dann folgt eine andere Welt! Nach dem Ausfüllen von drei Formularen beim Einfa...
-
Heute lassen wir uns auf ein besonderes Erlebnis ein. Wir sind mit einem kundigen Einheimischen mit einem Tourenwagen rund 4 Stunden i...
-
Die Etappe über 430 km von der Bagatelle Kalahari Game Ranch zum Hobas Camp am Fish River Canyon führt vorerst durch eine eintönige Halbwüst...










